Quelle: Pferdesport International, Text: Daniela Domnick, Fotos: Frieler
Lackschwarzer Hoffnungsträger

Eine stattliche, schöne Erscheinung:
Der elfjährige Hannoveraner Riverdance
soll in die Fußstapfen von Husenbeths
Championatspferd Piccolino treten.
Klaus Husenbeth, Amateurreiter aus Sottrum bei Bremen, hofft mit dem großen Rappen Riverdance einen Nachfolger für sein Championatspferd Piccolino im Stall zu haben. Seit 2006 sammelt der Automobilkaufmann mit Riverdance Siege und Platzierungen im großen Sport. Dieses Jahr startete das Paar bereits erfolgreich in Bremen und belegte Rang vier im Grand Prix sowie Rang drei in der Grand Prix Kür. Dabei ist Riverdance keine Neuentdeckung. Schon mit vier Jahren bezog der Wallach seine Box im Stall Husenbeth und gehört somit quasi zur Familie.
Gute Kinderstube
Die ersten vier Lebensjahre verbrachte Riverdance bei seinen Züchtern, Familie Meyer, in Nottuln. Schon als Fohlen sei er sehr „taff, sensibel und unglaublich menschenbezogen“ gewesen, erinnert sich Dr. Irina Meyer und ergänzt: „Er kroch einem regelrecht in die Tasche.“ Die Mutter des Rappen, Momo, brachte zunächst drei Fohlen bei Familie Meyer und wurde dann selbst bis zur Inter II ausgebildet. Nun wird die Matcho AA-Tochter wieder in der Zucht eingesetzt. Momo wurde mit dem Raphael-Sohn Ravallo angepaart, weil „sie sehr sensibel ist.“ Zu ihrem großen Vollblutanteil sollte Ravallo einen Ausgleich schaffen“, erzählt Irina Meyer.
„Er ist nicht nur sehr lektionssicher, er sieht auch einfach toll aus.“
Klaus Husenbeth
Die Hengstleistungsprüfung absolvierte Ravallo 1989 in Medingen, wobei er mit 155.43 Punkten einen Stationsrekord aufstellte. Seine guten Vererberqualitäten belegt nicht nur sein Sohn Riverdance. Vier seiner Söhne – Ratinho, Ravensburger, Ritano und Rolex Ravel – wurden gekört.
„Ich habe noch nie erlebt, dass ermal ausflippt. Aber man muss mit Ruhe an alles herangehen.“
Pflegerin Svenja Booth
Nachdem Riverdance seine Jugend in einer kleinen Herde auf der Weide genossen hatte, wurde er langsam und behutsam von Albert Hörsting angeritten. „Uns ist es sehr wichtig, in die Grundausbildung viel, viel Ruhe und Zeit zu investieren. Erst wenn Neuheiten und ungewohnte Situationen von den Pferden als normal angesehen werden, gehen wir einen Schritt weiter“, so die Züchterin. Dreijährig wurde Riverdance noch nicht auf Turnieren vorgestellt. „Das Bundeschampionat war nie unser Ziel, sondern vielmehr die langfristige sportliche Entwicklung“, erläutert Irina Meyer.

Vordere Plätze in Dortmund und Bremen:
Riverdance und Klaus Husenbeth starteten erfolg-
reich in die neue Saison.
Als Riverdance vier Jahre alt war, ersteigerte Klaus Husenbeth den Hannoveraner auf der Verdener Elite-Auktion. In seinem Stall bei Bremen wurde Riverdance dann kontinuierlich erst für das kleine, dann für das große Viereck vorbereitet. Durch seine Veranlagung für die Piaffe und Passage konnte er schon früh in Grand Prix-Prüfungen starten. „Diese beiden Lektionen beherrscht er sehr sicher, was ihm große Vorteile bringt“, meint sein Reiter und Besitzer Klaus Husenbeth. Im Training wird besonders auf die Gymnastizierung der Pferde geachtet, denn „sie sollen durchlässig sein, der Rücken muss schwingen – erst danach kommen die Lektionen“, erklärt der Reiter seine Trainingsziele und konkretisiert: „Ich reite Riverdance klassisch, nicht zu hoch noch zu tief eingestellt. Viele Übergänge, versammeln und dann wieder den Rahmen erweitern.“ Riverdance gehöre zu den Pferden, die immer ihr Bestes geben wollen, die arbeitseifrig sind und konstant gute Leistungen bringen. Dies war allerdings nicht immer der Fall: „In jungen Jahren war er etwas ängstlich und recht bodenscheu. Wenn er etwas nicht kennt, reagiert er auch heute noch eher skeptisch“, erzählt Husenbeth. Nichts desto trotz bleibt er im Umgang unkompliziert. „Ich hab noch nie erlebt, dass er mal ausflippt oder durchgeht. Er ist immer brav, auch wenn er Angst hat“, weiß seine langjährige Pflegerin Svenja Booth. Man müsse „Ready“, wie er zu Hause genannt wird, nur Zeit geben, die Umgebung genau zu betrachten und ihm lieber vor der Prüfung noch einmal das Viereck zeigen, als ihn plötzlich mit einer fremden Situation zu konfrontieren.
„Schicke Erscheinung“
„Das Tolle an Ready ist, dass er unglaublich menschenbezogen ist. Er überwindet seine Angst, weil er uns vertraut“, schwärmt Klaus Husenbeth. Was den Rappen jedoch aus der Ruhe bringen kann, ist die Abwesenheit Piccolinos auf dem Turnier. Wenn sein Stallgefährte und momentan noch Turnierpferd Nummer eins bei Husenbeth in einer Prüfung startet und Riverdance alleine in der ungewohnten Umgebung des Stallbereichs zurückbleiben muss, zeigt er deutlich seinen Unmut“, erzählt die Pflegerin.
„Ready ist wie ein treuer Hund, er macht alles mit.“
Pflegerin Svenja Booth
Zuhause kommt Ready zwei Mal am Tag raus. Morgens wird geritten und nachmittags steht Spazierengehen, Ausreiten oder Grasenlassen auf dem Programm. Die ganze Familie Husenbeth ist dabei in die Betreuung von Riverdance involviert. So sitzen auch die Töchter Nadine (15) und Jessica (13) sowie Ehefrau Britta ab und zu im Sattel des großen Schwarzen. Wenn Klaus Husenbeth über seinen Ready ins Schwärmen gerät, hört sich das so an: „Ready ist unglaublich sensibel am Schenkel, er setzt alles zu hundert Prozent um und ist außerdem eine tolle Erscheinung. Ready sieht einfach schick aus!“ Das ganze Team um Riverdance ist sich einig: „Die Arbeit mit ihm macht jeden Tag Freude.“
