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Quelle: Reiter Revue, Text: Stefanie Abt, Fotos: S. Bösche

Tipps vom Weltmeister
Lehrgang bei Frank Ostholt

In der ersten Jungen Reiter Revue verlosten wir unter den kreativsten Bewerbungen einen Lehrgang bei Vielseitigkeits-Weltmeister Frank Ostholt. Die Mannschaft der Pferdesport-Gemeinschaft Nienhagen gewann – und erlebte einen wunderschönen Tag mit dem Promi.

Als Bewerbung hatten Sarah, Sofija, Franziska und Leonie ein bunt gestaltetes Gold-Mäppchen in die Redaktion geschickt. „Wir sind noch in letzter Minute zum Briefkasten gerannt, um den Einsendeschluss nicht zu verpassen“, berichtete Sofija (12) aufgeregt. Noch viel aufregender war der Anruf aus der Redaktion, dass das Team gewonnen hat: „Die Mädchen konnten es gar nicht fassen und tanzten vor Freude durch den ganzen Stall“, verriet Reitlehrerin Anke Behrens. Mit großen Augen, selbstgemalten Willkommensschildern und jeder Menge Kaffee und Kuchen wurde der Weltmeister dann am lang herbeigesehnten Lehrgangstag in Nienhagen empfangen. „Wir waren alle total aufgeregt. Erst mal hat Frank sich unsere Anlage angesehen. Und dann haben wir alle zusammen Hindernisse für die erste Trainingseinheit auf dem Außenplatz aufgebaut“, strahlte Sarah (14).

Vor dem Reiten hieß es dann aber erst einmal Frühstückspause, Kennenlernen und Theorie-Unterricht. Frank Ostholt zeigte sich beeindruckt über die Vorbereitungen des Vereins: „Da wird man vom Feinsten versorgt, und dann haben die Mädchen auch noch Shirts an, auf denen ihr Name steht. Das sind natürlich allerbeste Voraussetzungen.“

Mit einer ausgefeilten Präsentation und vielen Fotos brachte Ostholt den Nachwuchsreiterinnen und den vielen anderen, interessierten Zuschauern alles über den Geländesitz bei. „Ein perfekter Geländesitz ist wie eine Lebensversicherung im Busch“, resümierte Franziska (18) nach der Theoriestunde.


...und Sofia üben, im Oberkörper nicht
zu weit vor zu gehen. Bei Sofia klappt es
sofort.
Platz-Training
Mit diesem neuen Wissen im Hinterkopf ging es auf den Sandplatz zur Bestandsaufnahme. Die vier Mädchen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, damit sich der Weltmeister ganz intensiv um sie kümmern konnte. „Ich analysiere erst einmal Ausbildungsstand von Pferd und Reiter, Rittigkeit und mögliche Probleme“, erklärte Frank Ostholt der zahlreich erschienen Lokalpresse. Franziska, im Sattel von Carry Gold die einzige Schulpferde-Reiterin, hatte noch eine unruhige Hand und stellte fest dass die Ursache im Oberkörper lag. Auch bei einem Problem an der Mauer ließ der Star-Trainer nicht locker. „Er hat trotz vieler Verweigerungen nicht aufgegeben und mich mit viel Ruhe motiviert. Und dann hat es endlich geklappt“, strahlte die 18-Jährige. Auch die zwölfjährige Leonie hatte schnelle Erfolgserlebnisse: Sie lernte, Pony Black Jack über ihren Sitz im Tempo zu regulieren – und prompt hatte sie keine Probleme mehr, den Wallach flüssig durch die Reihe zu reiten. „Ich habe plötzlich viel mehr Sicherheit bekommen“, freute sie sich. Ähnlich erging es auch Sarah (!4) mit Windlower und Sofija mit ihrem sechsjährigen irischen Vollblüter Little Jack. Beide übten zur Vorbereitung aufs Gelände einen abwartenderen Sitz und überwanden auch schmalere Hindernisse.

Nach dreieinhalb Stunden war das straffe Vormittagstraining vorbei. „Der Herr Ostholt muss doch bald umfallen vor Anstrengung. Das ist ja Wahnsinn, wie intensiv er sich um die Reiter kümmert“, zeigte sich Vereinsvorsitzender Gerhard Boock begeistert und bat alle zum Mittagessen ins Reiterstübchen. Dabei wurde gefachsimpelt, gelacht und auch gestaunt – der Star Frank Ostholt konnte wirklich eine Menge Essen verdrücken….

Ab in den Busch
Nachmittags wurde auf der Geländestrecke im 30 Kilometer entfernten Beedenbostel trainiert. „Erst mal erkundet ihr den Platz in allen Gangarten. Und dann gebt mal richtig Gas! Das macht Spaß und die Pferde entwickeln einen gesunden Vorwärtsdrang“, forderte Frank Ostholt die Gewinnerinnen auf. Gesagt, getan. Schon kurz darauf ging es mit dem Überwinden kleiner Baumstämme aus dem Trab weiter. „Das mache ich anfangs häufig, da haben die Pferde Zeit zum Gucken“, so der Mannschafts-Weltmeister.


"Der Reiter ist zuständig für Tempo und Weg, das
Pferd für den Sprung!" So erklärt der Busch-Star
die Philosophie für den Geländeritt.
Für Sofija und Franziska wurde das Training immer spannender. Denn beide hatten nur wenig Gelände-Erfahrung. „Little Jack ist erst sechs Jahre und hat außer ein paar Baumstämmen noch nicht viel gesehen, aber der geht überall ganz toll ran“, lobte Sofija ihren irischen Vollblüter. Dennoch wurden die Aufgaben nicht leichter. Am Billard passierte es dann: Little Jack tauchte mit der Nase zu tief ab, erkannte die Kante nicht und fiel beim Aufsprung hin. Eine Schrecksekunde für Reiterin, Trainer und – vor allem – Zuschauer. „Nichts passiert“, vermeldete Sofija, musste sich aber trotzdem eine Extra-Portion Mut von ihrem Vorbild abholen: „Das macht nichts. Wir lernen alle am besten aus Fehlern. Pass auf: Wir steigen jetzt wieder auf, dann reitest du das aus dem Trab noch mal an und wirst sehen, dass er es jetzt verstanden hat“, tröstet Frank Ostholt. Und tatsächlich: Die nächsten Versuche liefen wie am Schnürchen. „Wenn was nicht ging, hat Frank uns immer toll motiviert, dass man gar keine Angst mehr hatte und sicher war, jede Aufgabe zu schaffen“, strahlte auch Sarah.

Das Finale
Zum Schluss stand für alle noch ein ganzer Gelände-Parcours auf dem Programm. „Es war super, noch mal einen Kurs am Stück zu reiten und bei jedem Hindernis die einzelnen Tipps im Ohr zu haben“, freute sich Franziska, die sich mit ihrer Courage selbst überraschte. Auch Frank Ostholt war nach den Ritten begeistert: „Super, genau richtig. Tempo, Wege, einfach alles hat gepasst. Ich glaube, ich habe wirklich die richtigen Gewinner gezogen“

Eine Nachbesprechung – wieder mit viel Essen – durfte zum Abschluss natürlich nicht fehlen. Ausgestattet mit vielen Trainingstipps entließ der Weltmeister seine Schützlinge in die Saison. Als Anden bekam er noch ein Gruppenfoto der Mannschaft in einem großen Rahmen. Glücklich und aufgedreht winkten die Mädchen ihrem Star hinterher, als er gegen 19 Uhr vom Hof fuhr. „Das war einfach ein Wahnsinns-Tag. Unglaublich schön!“, resümierten sie – und waren trotzdem ein bisschen wehmütig. Denn am liebsten hätten sie „ihren“ Frank noch viel länger dabehalten.